Wann habe ich Anspruch auf Förderung?

Wenn Sie eine nicht vorübergehende Behinderung von mehr als einem halben Jahr haben und auf die Nutzung eines Kraftfahrzeugs angewiesen sind, um Ihren Arbeits- oder Ausbildungsplatz oder den Ort einer sonstigen Leistung der beruflichen Förderung zu erreichen, haben Sie ein Anrecht auf Kraftfahrzeughilfe. Das gilt auch dann, wenn Sie nicht selbst fahren, aber gewährleisten können, dass eine dritte Person Sie mit dem Auto fahren wird. Auch die Eltern eines behinderten Kindes haben unter Umständen einen Anspruch auf Kraftfahrzeugförderung.

Die Kraftfahrzeughilfe kann von den zuständigen Leistungsträgern für Führerschein (inklusive benötigter Gutachten), Fahrzeuganschaffung und -umrüstung gewährt werden. Anstelle dieser Leistungen können im Einzelfall aus wirtschaftlichen Gründen auch die Beförderungskosten durch einen Fahrdienst gewährt werden. Grundlage der Kfz-Hilfe sind unabhängig vom jeweiligen Leistungsträger das SGB IX und die Kfz-Hilfeverordnung.

Selbstständiges Fahren mit Mobireha
Unter den folgenden Punkten finden Sie

weitere Informationen

> Lesitungsträger
> Zuschüsse zum Fahrzeugkauf
> Zuschüsse zur Umrüstung
> Stiftungen und Vereine

WELCHE LEISTUNGSTRÄGER GIBT ES IN DEUTSCHLAND?

Als Träger kommen die gesetzliche Unfallversicherung (SGB VII), die gesetzliche Rentenversicherung (SGB VI), die Kriegsopferfürsorge (BVG), die Bundesagentur für Arbeit sowie die Träger der begleitenden Hilfe im Arbeits- und Berufsleben (SGB III) in Betracht.

Welcher Leistungsträger in Ihrem Fall zuständig ist – abhängig von Ihrem Status – entnehmen Sie der folgenden Tabelle:

StatusZuständiger Leistungsträger
Schüler und StudentenIntegrationsamt als Träger der Sozialhilfe
AuszubildendeBundesagentur für Arbeit
Opfer eines Arbeits- oder WegeunfallsBerufsgenossenschaften
Soldaten oder KriegsversehrteIntegrationsamt / Versorgungsamt
Arbeiter und Angestellte
(weniger als 15 Jahre im Berufsleben)
Bundesagentur für Arbeit
Arbeitslose mit Aussicht auf einen ArbeitsplatzBundesagentur für Arbeit / Integrationsamt
Arbeiter und Angestellte
(mehr als 15 Jahre im Berufsleben)
Deutsche Rentenversicherung Bund
Beamte und SelbständigeIntegrationsamt
Beschäftigte, die Teilerwerbsminderungsrente beziehenRentenversicherung, egal wie lange Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt wurden

ANTRAG WURDE GESTELLT UND JETZT?
Sobald Ihr Antrag gestellt ist, hat der Leistungsträger die Verpflichtung, innerhalb von zwei Wochen zu prüfen, ob er zuständig ist. Sollte er nicht zuständig sein, ist er dann verpflichtet, Ihren Antrag unmittelbar an die zuständige Stelle weiterzuleiten und Sie darüber zu informieren.

Benötigt der Leistungsträger weitere Unterlagen, um entscheiden zu können, so muss er diese ebenfalls binnen zwei Wochen nach Eingang des Antrags anfordern. Ist der Leistungsträger zuständig, hat er die gesetzliche Pflicht innerhalb von drei Wochen zu entscheiden, ob dem Antrag stattgegeben wird oder nicht.

Wenn Sie Ihren Antrag vorbereiten, sollten Sie bedenken, dass die Leistungsträger darauf zu achten haben, dass das anzuschaffende Fahrzeug nach Größe und Ausstattung den Anforderungen entspricht, die sich aus Ihrer Behinderung ergeben. Zudem sollte der Einbau der behinderungsbedingten Zusatzausstattung ohne unverhältnismäßigen Mehraufwand möglich sein.

Auch die Anschaffung eines Gebrauchtfahrzeugs kann gefördert werden, wenn es die vorerwähnten Bedingungen erfüllt. Zudem muss der Verkehrswert mindestens noch 50 Prozent des seinerzeitigen Neuwagenpreises entsprechen, der Gebrauchtwagen darf im Schnitt nicht älter als drei Jahre sein und die Laufleistung nicht mehr als ca. 25.000 Kilometer betragen.

ACHTUNG:
Auch wenn die Leistungsträger lediglich das für Sie günstigste Fahrzeug fördern, haben sie dennoch kein Recht auf Einrede – also auf Ihre persönliche Auswahl des Fahrzeugs. Wenn Sie sich für ein anderes, größeres Auto entscheiden, müssen Sie allerdings die Mehrkosten alleine tragen.

WELCHE UNTERSTÜTZUNG ERHALTEN SIE?
> Im Regelfall wird die Beschaffung eines Kraftfahrzeugs bis zu einem Betrag in Höhe des Kaufpreises, höchstens jedoch bis zu 9.500,00 Euro gefördert.
> Im Einzelfall wird auch ein höherer Betrag genehmigt, wenn Art und Schwere der Behinderung ein Kraftfahrzeug mit höherem Kaufpreis zwingend erfordern (s. §5 Abs. II der Kfz-Hilfeverordnung).
> Die Kosten behinderungsbedingter Zusatzausstattung bleiben bei der Ermittlung des Kaufpreises unberücksichtigt.
> Die Förderung zur Kfz-Beschaffung sind einkommensabhängig.
> Zuschüsse öffentlich-rechtlicher Stellen zur Kfz-Anschaffung, auf die ein vorrangiger Anspruch besteht oder die vorrangig nach pflichtgemäßem Ermessen zu leisten sind, und der Verkehrswert eines Altwagens sind vom o.a. Bemessungsbetrag (Kaufpreis) abzuziehen.

WIE WIRD DIE FÖRDERUNG ZUM AUTO BERECHNET?
Die Höhe des Zuschusses zum Kauf eines Autos hängt von der Höhe Ihres monatlichen Einkommens ab und ist nach § 5 KfzHV geregelt. Berücksichtigt werden das monatliche Netto-Arbeitsentgelt (Netto-Arbeitseinkommen) und vergleichbare Lohnersatzleistungen.

Die Ermittlung des Einkommens richtet sich nach den für den zuständigen Leistungsträger maßgeblichen Regelungen. Das Monatseinkommen wird an einer Bezugsgröße gemessen, die jährlich vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales festgelegt wird. Für 2016 wurde die Bezugsgröße in den westdeutschen Bundesländern auf 2.905,00 € und in den ostdeutschen Bundesländern auf 2.520,- € festgelegt.

EinkommensgrenzenBezugsgrösseFörderung in %Förderung in €
bis 1.162 € (< 40%)2.905 €100 %9,500 €
1.163 € bis 1.310 € (< 45%)2.905 €88 % 8,360 €
1.311 € bis 1.455 € (< 50%)2.905 €76 % 7,220 €
1.456 € bis 1.600 € (< 55%)2.905 €64 %6.080 €
1.601 € bis 1.745 € (< 60%)2.905 €52 %4.940 €
1.746 € bis 1.890 € (< 65%)2.905 €40 %3.800 €
1.891 € bis 2.035 € (< 70%)2.905 €28 %2,660 €
2.036 € bis 2.180 € (< 75%2.905 €16 %1.710 €

KLEINER TIPP:
Ihr Anspruch auf weitere Hilfsmittel, beispielsweise einen Arbeitsplatz-Rollstuhl, oder die kostenlose Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs bleiben von der Kraftfahrzeughilfe unberührt.

Die Zuschüsse und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit sich ein Leistungsträger finanziell an der behinderungsbedingten Zusatzausstattung eines Kraftfahrzeuges beteiligt, richten sich wie beim Fahrzeug (unter den gleichen Bedingungen) nach § 7 KfzHV.

Die Fahrzeugumrüstung die behinderungsbedingt erforderlich ist wird auf Antrag in der Regel in voller Höhe übernommen. Auch behinderungsbedingte Sonderausstattungen im Fahrzeug werden gefördert. Allerdings je nach Leistungsträger nur bis zu einem max. Wert.

TIPP:
Behinderungsbedingte Sonderausstattungen im Grundfahrzeug müssen bei der Antragsstellung einzeln aufgelistet und begründet werden. So kann bei Rollstuhlfahrern die Standheizung gefördert werden, wenn es nicht möglich ist aus dem Rollstuhl das Auto zu enteisen.

Wer niemanden hat der für die Anschaffung eines umgebauten Autos aufkommt, dem bleiben meist nur drei Wege um die letzte Chance auf ein eigenes Fahrzeug zu realisieren.

Zunächst sollten Sie nun prüfen ob noch Dinge gestrichen werden können, die nicht zwingend zur Erreichung Ihrer Mobilität benötigt werden. Nun prüfen Sie ob ggf. ein gebrauchtes Fahrzeug – evtl. schon umgebaut – über die bekannten Fahrzeugbörsen oder uns zu finden ist.

Ist nun der günstigste Wagen gefunden und der effektive Finanzbedarf ermittelt stehen drei Wege offen.

WEG 1 (BANKEN):
Sie sprechen zunächst mit Ihrer Hausbank ob diese ggf. bereit ist Ihnen einen Autokredit über die benötigten Gelder zu angemessenen Konditionen zu vermitteln. Um die Konditionen zu prüfen sollten Sie immer bei mindestens zwei Banken anfragen.

WEG 2 (STIFTUNGEN):
Schreiben Sie Stiftungen an und schildern Sie Ihre Lage und wie man Ihnen durch eine finanzielle Zuwendung aus dieser helfen kann. Auf den Webseiten von stiftungen.org finden Sie alle deutschen Stiftungsadressen und deren Stiftungszweck. Achten Sie bei der Auswahl der Stiftungen auf deren Stiftungszweck um unnötige Absagen zu vermeiden. Bitte versuchen Sie Ihre Erwartungshaltung nicht zu hoch anzusetzen, den Stiftungen entscheiden nur nach den eigenen internen Regelungen von Fall zu Fall.

WEG 3 (VEREINE):
In Deutschland gibt es ein paar Vereine die Ihnen helfen Ihre Mobilität zu erreichen. Diese Vereine helfen mit Tipps und Tricks wie man am geschicktesten Stiftungen anschreibt und Fallstricke meidet. Vereine können zudem meist ein Spendenkonto einrichten und für Sie das Geld von Stiftungen und anderen Spendern sicher einsammeln. Der wohl bekannteste und größte Verein in Deutschland ist: Mobil mit Behinderung e.V. den Sie unter mobil-mit-behinderung.de im Internet finden.

ACHTUNG:
Bevor Sie nun loslegen und Stiftungen oder Vereine anschreiben, sollten Sie sich zunächst die Nebenkosten einer Fahrzeuganschaffung (Kraftstoff, Versicherung, Steuern, ggf. Reparaturen und Wartung) anschauen und prüfen ob Sie diese Kosten aus den zur Verfügung stehenden monatlichen Mitteln unterhalten können.

Wichtig:

Der Antrag auf Kraftfahrzeughilfe muss bei den zuständigen Leistungsträgern gestellt werden, bevor der Kaufvertrag des Fahrzeugs abgeschlossen wird.

Mobireha Aktionsschema
Bei Eigenfinanzierung

Wir begleiten Sie.

1.

Mobilitäts-Wünsche schnell und einfach realisieren

2.

Ein Ansprechpartner für Verkauf und Finanzierung.

3.

Laufzeit und Anzahlungshöhe individuell auf Ihre Wünsche zugeschnitten

4.

Feste Monats-Raten, Sondertilgungen möglich

5.

Attraktive Zinssätze und Vertragssicherheit

6.

Keine Kilometerbegrenzung (bei Fahrzeugen)